Mantegna und Bellini in der Gemäldegalerie Berlin

Mantegna-und-Bellini

Andrea Mantegna (um 1431–1506) und Giovanni Bellini (um 1435–1516) waren Freunde, Verwandte und Rivalen. Sie haben einander inspiriert, kopiert und bewundert. Erstmals wird das eng miteinander verwobene Schaffen der beiden Künstler in einer Ausstellung präsentiert, die gemeinsam mit der National Gallery, London, und in Kooperation mit dem British Museum entstand.

Eine sehr gute Ausstellung, die ich so in dieser Form noch nie erlebt habe. Die Werke hingen in der großen Wandelhalle, was für die Architekten eine größere Herausforderung war, da diese ursprünglich vom Klima und den Lichtverhältnissen her nicht als Ausstellungs- sondern als Erholungshalle diente. Um die Wandelhalle herum ist die dauerhafte Ausstellung zu sehen, die definitiv auch einen Besuch wert ist. Doch hier soll es um die Sonderausstellung gehen.

Gemäldegalerie in Berlin: In den Sammlungen der Gemäldegalerie und der National Gallery sind Werke von Mantegna und Bellini in sehr großer Zahl und Qualität vorhanden. Die Bestände umfassen Meisterwerke der beiden Künstler aus allen Schaffensphasen. Zudem beherbergen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie das British Museum eine außergewöhnlich reiche Sammlung von Blättern Mantegnas, Bellinis, ihrer Familie und ihrer Nachfolger. Gerade in ihrer Unmittelbarkeit und Spontaneität machen diese Zeichnungen die künstlerische Nähe von Andrea Mantegna und Giovanni Bellini deutlich. Um diesen Kern herum versammelt die Ausstellung zudem eine Anzahl toller Leihgaben. So werden Unterschiede und Ähnlichkeiten im Schaffen der beiden bedeutenden Renaissancekünstler auf exemplarische Weise herausgearbeitet. Neue Konstellationen und reizvolle Gegenüberstellungen machen die außerordentliche Attraktivität dieser Ausstellung aus.

Meine Meinung: Lasset das Duell zweier fabelhafter Maler beginnen!

Genau diese Gegenüberstellungen der beiden Künstler hat mir sehr gut gefallen. Man geht aus der Ausstellung raus und hat einen Eindruck und einen unmittelbaren Vergleich beider Künstler zu unterschiedlichen Phasen ihres Lebens erhalten. Ich konnte mich nicht eindeutig für einen Künstler entscheiden, wobei mir unterm Strich mehr Werke von Mantegna ein kleines bisschen besser gefielen. Doch auch Bellini konnte mich zum Beispiel mit dem Dogen Portrait von Leonardo Loredan begeistern. Die Weichheit des Portraits und die gleichzeitig zum Teil hart wirkenden Züge des Portraitierten sind atemberaubend. Betrachtet man seine rechte Gesichtshälfte (hier links) so erhält der Betrachter den Eindruck von strengen Zügen. Wirft man allerdings einen Blick auf seine linke Gesichtshälfte wo wirkt diese gelassener und milder. Große Malkunst, die mit Licht und Schatten wunderbar von Bellini ausgearbeitet wurde. =)

Eine tolle Atmosphäre

Es macht richtig Spaß durch die Ausstellung zu schlendern und die Werke anzuschauen. Sie sind super sortiert und auch die einreihige Hängung hat mir gut gefallen. Der Triumphzug Caesars von Mantegna gegen Ende des Ausstellungsraums hat mich dann noch einmal umgehauen. Die Dimension des Gemäldezyklus ist gigantisch (siehe obere Hälfte des unteren Bildes). Wir hatten die Ehre und durften am Montag, wo das Museum geschlossen ist, hinein und die Werke ganz in Ruhe und allein betrachten. Die Ausstellung lohnt sich. Wer bis zum 30. Juni in Berlin ist sollte der Gemäldegalerie unbedingt einen Besuch abstatten und selbst entscheiden, welcher der beiden Maler sein persönlicher Favorit ist. Viel Spaß!

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